Gesunder Egoismus. Healthy Selfishness.

Enlish below.

Heute wurde mir die Frage gestellt, was mich bei anderen Menschen am meisten stört. Ich denke, was mich am wütendsten macht, ist, wenn Menschen stark egoistisch handeln. Keine Rücksicht nehmen und ihr Wohl soweit vor das aller anderen stellen, dass sie fast alles in Kauf nehmen, um das zu bekommen was sie wollen.

Die nächste Frage war, inwieweit das mit mir etwas zu tun hat. Kann ich diese Eigenschaft auch bei mir erkennen? Darauf muss ich sagen, leider nein. Und ich denke das ist auch genau der Grund warum es mich so wütend macht. Weil ich es auch schaffen will, mich an erste Stelle zu stellen. Natürlich will ich nicht über Leichen gehen und ich will auch nicht rücksichtslos alles durchboxen, was ich mir gerade in den Kopf gesetzt habe, aber ich will mir einen gesunden Egoismus gönnen.

Diesen wo ich es mir erlaube für ein paar Tage alleine wegzufahren. Diesen wo ich Dinge für mich tue, die mir gut tun. Auch wenn das bedeutet, dass mein Mann und die Kinder alleine klar kommen müssen (und gleichzeitig ist es eigentlich total arrogant von mir, zu denken, dass sie ohne mich nicht klar kommen). Doch genau diese Dinge fallen mir so schwer. Ich will ja auch Zeit mit meinem Mann verbringen und ich will auch gemeinsame Familienzeit haben, aber wie bringe ich das alles unter einen Hut, wenn mein Mann so viel arbeitet und wir uns sowieso sehr wenig sehen. Und wie kann ich mir das erlauben, wenn ich weiß, dass mein Mann so viel arbeitet, dass er gar keine Zeit für sich selber hat. Wie können wir eine bessere Work – Life Balance schaffen?

Und wo ist die Grenze zwischen gesundem Egoismus und Narzissmus? Wie viele Tage darf ich ohne schlechten Gewissen wegfahren und ab welchen Tag schade ich anderen mehr, als es mir nützt? Noch dazu kommen die Urlaubstage, die dann dafür drauf gehen, dass ich mir Erholung gönne, und wir dann weniger gemeinsamen Urlaub machen können. Ist es das alles wert, dafür dass ich ein paar Tage für mich selbst habe? Bis jetzt war ich nicht bereit mich für so wichtig zu nehmen. Doch jetzt seit kurzem habe ich erkannt, ich bin es wert. Ich bin an einem Punkt, an dem ich mich wieder orientieren muss, mich fokussieren und den Kopf frei bekommen muss und das allerwichtigste, ich brauche 2 Nächte in denen ich nicht von Kindern geweckt werde.

Durch den Umzug nach Irland haben wir eine sehr spannende und alles umwerfende Zeit vor uns. Ein kompletter Neubeginn. Kein Stein bleibt auf den anderen. Ich werde noch mehr Vollzeitmutter sein, da mein Mann nur am Wochenende bei uns ist. Damit ich mich in all diesem Trubel nicht vollkommen verliere und überfordere brauche ich gesunden Egoismus. Ich muss mich für wichtig genug nehmen, um zu sagen, wenn ich Hilfe brauche und wenn ich nicht mehr kann. Am besten wäre natürlich ich würde schon vor dem Breakdown um Hilfe bitten und es gar nicht so weit kommen lassen.

Ich denke die Grenze von gesundem Egoismus zu Narzissmus, ist eine Individuelle. Je nach Lebenssituation und Umstände, muss das jeder für sich beurteilen und entscheiden.

Ich weiß für mich, dass ich in den letzten Jahren, oder eigentlich schon immer, mich an letzte Stelle gestellt habe und andere vorgelassen habe. Ich habe immer schon nachgegeben und war immer die Vernünftige. Aus meiner Haut raus zu kommen, fällt mir nicht leicht, aber ich weiß es ist notwendig, wenn ich ein erfülltes Leben haben will. Abgesehen davon, will ich auch meinen Kindern zeigen, dass sie auf ihre Bedürfnisse hören können und dem individuellen Ruf folgen dürfen.

Wie ist das bei dir? Fällt es dir leicht deine Bedürfnisse zu äußern und dir deinen Raum zu nehmen und dein Wohl vorne anzustellen? Oder geht’s dir wie mir und du hast gelernt, dass du zuerst auf die Anderen schauen musst?

English:

Today I had to answer the question, what infuriates me most in others. For me the worst thing is real selfish people. I´m talking about people they would do everything to get their thing the way they want it, without thinking about what it means for others.

The next question was, if I can see this in myself as well. I have to say, unfortunately no. I think it´s driving me so mad, because I would like to be more selfish. I want to be able to put myself first. Not in a, I do what I want no matter what it means to others, but in a way that I look first at my needs and then at others. A healthy selfishness.

This type of selfishness where I allow myself to go on a trip for a few days on my own, even though that might mean that my husband or my children have to manage without me (at the same time, how can I be so arrogant to think that they can´t manage without me for a few days?). But these things are so hard for me. I also want to spent time with my husband and have family time all together. How can we manage all that while my husband is working so much and we have so little time together anyway? And how can I treat myself with something like that, knowing that my husband is also not doing anything else than working and looking after the children and is exhausted himself? How can we get a better work-life balance?

And where is the border between healthy selfishness and narcissism? How many days can I spend on my own and from what day on am I harming others more than it serves me? On top of that, obviously my husband needs to take time off for me, so that means that we can spend less holidays together. Is all that worth it just to take a few days off for myself? Until now I didn´t think I´m worth it. But now I´m at a point where I need it. I need to recharge and focus and I need to get my head freed, but the main thing is, I want to have two nights of sleep without being woken up by my children.

With our move to Ireland in April we have a very exciting time ahead of us. It will be new start, no stone will be left standing. Everything is going to change. I will be even more a fulltime mam because my husband will only be the weekends with us. To not get completely lost and overwhelmed I need to have a healthy selfishness to being able to say when I need help or when it´s too much for me. Obviously the best would be to ask for help before the breakdown.

I think the border of healthy selfishness to narcissism is an individual one. Depending on the life situation and circumstances everybody has to decide for themselves.

I know for myself, that in the last years, or actually since I can remember, I put myself last and let others go first. I was always the one who was giving in and the sensible one. It´s not easy to change this, but I know it´s necessary when I want to live a happy life. Apart from that, I want to show my children that they should listen to their needs and follow their individual call.

How is it in your life? Is it easy for you to say what you want and need and to put yourself first? Or did you learn, like me, to look first at the others and then at yourself?

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